Samstag, 20. Oktober 2012

Wie viel Leben passt in eine Tüte? von Donna Freitas




 „Wenn aus Trauer Hoffnung wird“

Gebunden mit Schutzumschlag
400 Seiten
Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-522-30312-5
Preis: 18,95 €




Rose ist verzweifelt, als ihre Mutter stirbt. Sie droht an dem schmerzlichen Verlust zu zerbrechen, als sie am Tag der Beerdigung eine Entdeckung macht. Ihre Mutter hat Rose eines ihrer berühmten Survival-Kits hinterlassen. Der Inhalt: ein iPod, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherzanhänger, Buntstifte, ein Papierstern und ein Papierdrache. Jeder Gegenstand hat eine besondere Bedeutung, der Rose dabei hilft die Trauer zu bewältigen und wieder zurück ins Leben zu finden.
Die Aufgaben, die die Mutter Rose durch ihr Survival-Kit gestellt hat, führen das Mädchen immer näher zum zurückhaltenden Will. Der Junge, der sich schon länger um den Garten der Familie kümmert und auf Roses Schule geht, mit dem sie aber noch nie ein Wort gewechselt hat, wird nach und nach zu einem guten Freund…

Als ich den Titel „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ zum ersten Mal hörte, konnte ich so gar nichts damit anfangen. Denn was hat eine Tüte mit Leben zu tun? Richtig. Erst mal nichts! Wer dieses besondere Buch jedoch gelesen hat, der weiß, dass es keinen besseren Titel hätte geben können. Denn alles beginnt mit einer Tüte. Einem Survival-Kit, das der Rettungsanker für Rose darstellt.  Der Inhalt begleitet sie durch das komplette erste Jahr nach dem Tod der Mutter und nimmt sie mit auf eine Reise zum Leben. Ganz bewusst hat ihre Mutter die Gegenstände ausgewählt um Rose in der schwierigen ersten Zeit zu helfen. Sehr schön finde ich dabei, das man merkt, wie gut die Mutter ihre Tochter kannte und wusste welche Impulse sie setzten muss um ihr bei der Trauerarbeit zu helfen.

Das ganze Buch spielt im Zeitraum von genau einem Jahr und ist in Monaten aufgeteilt (von Juni-Juni). Jeder Monat beinhaltet dabei ein bis mehrere Kapitel, wobei jedes Kapitel als Überschrift einen Songnamen trägt, den man in der Playlist des iPods am Schluss des Buches wieder findet.
Rose erzählt die ganze Handlung aus der Ich-Perspektive, weswegen man anfangs nur am Rande mitbekommt wie sehr auch ihr Bruder leidet. Etwas mehr Gewicht wird da auf den Vater gelegt, der mit dem Tod seiner Frau nicht fertig wird und versucht seine Trauer in Alkohol zu ertränken.

Liebe und Trauer ist im ganzen Buch zu spüren. Dennoch konnte ich einfach nicht aufhören zu lesen. Immer wollte ich wissen wie es weiter geht und habe mit Rose und ihrer Familie gelitten. Die Autorin hat dieses schwierige Thema mit viel Fingerspitzengefühl aufbereitet und lässt die Thematik trotz der Tiefen leicht und voller Hoffnung wirken. Der Schreibstil ist kurzweilig und bewegend.

Sehr gut haben mir auch die Rückblicke aus dem Leben und den letzten Momenten der Mutter gefallen. Man erfährt nicht nur Details von der Mutter, sondern auch von Rose früheren Leben, das so gar nichts mit ihrem jetzigen zu tun hat, bis sie endlich zu begreifen und akzeptieren beginnt, dass die Trauer nie ganz verschwinden wird.

Selbst der Buchumschlag ist etwas Besonderes. Er besteht aus weißem, fast durchsichtigen, Pergamentpapier und erinnerte an eine ziemliche dicke, reißfeste Tüte. Die Buchstaben des Titels „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ sind ausgestanzt, so dass ein kräftiges Orange vom Buchdeckel durchscheint.
Selbst die einzelnen Seiten im Buch fühlen sich durch die gute Qualität einfach besser an.

Ich bin wirklich begeistert von „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ und habe es nun schon etliche Male weiter empfohlen. Noch immer juckt es mir in den Fingern selbst ein Survival Kit zu basteln und zusammen mit dem Buch zu verschenken. Berührend, nachdenklich und absolut lesenswert!

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe KLICK


Autoreninfo:
Donna Freitas wurde in Rhode Island geboren, studierte Spanisch und Philosophie und hat einen Doktortitel in Theologie. Neben ihrer Tätigkeit als Professorin an der Boston University veröffentlichte sie mehrere Sachbücher zum Thema Jugend und Religion und schreibt für bekannte Zeitungen und Magazine, darunter das Wall Street Journal, die Washington Post und Newsweek. "Wie viel Leben passt in eine Tüte?" ist ihr erster Jugendroman in deutscher Übersetzung.



Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Gabriel Verlag

4 Kommentare:

  1. Liebe Sarah,

    was für eine schöne Rezi. Das Buch steht bereits in meinem Regal und nach deiner Rezi möchte ich am liebsten direkt zugreifen und anfangen zu lesen.

    Viele Grüße und einen schönen Samstagabend!
    Anka

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  2. Hi Sarah,

    nach Deiner Rezi ist das Buch gleich ein paar Plätze auf meiner Wunschliste nach vorne gerückt :-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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  3. Eine wirklich schöne Rezension. Das Buch möchte ich auch noch sehr gern lesen, aber bei meinen aktuellen SuB werd ich wohl nicht so schnell dazu kommen. Jedenfalls bin ich gespannt, ob es mir auch so gut gefallen wird wie dir.. :)

    Liebe Grüße, Diti

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  4. Ich hoffe das ihr alle ganze viel Lesespaß mit "Wie viel Leben passt in eine Tüte?" habt :-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

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